drei preussen im bayerischen wald

lehr- und wanderpfade für fremdlinge oder reisen bildet
24.07.2005

urlaub! hurra! endlich. die anstrengenden nie enden wollenden monate des schuftens sind für vierzehn tage vorbei! wir haben unsere sieben sachen beisammen - meine kinder seit gestern vormittag, ich auch schon seit fünf minuten. ganz ehrlich? ich finds genial, dass wir den einpackstress der generation meiner eltern nicht komplett übernommen haben. die packen schon eine woche vorher dinge zurecht und waschen wäsche, und können die dinge des täglichen bedarfs nur noch eingeschränkt verwenden, weil alles schon parat liegt für den tag X, der dann letztlich trotzdem zu schnell ran ist und der ganze knatsch vorher ist dann im grunde umsonst gewesen und man geht genervt in die ferien. da find ich unsere methode besser. ich rede eine woche davon, dass man mal was vorbereiten sollte und mache dann alles in quasi der letzten minute. gestern stand in meinem glückskeks "wenn es keine letzte minute gäbe, würden manche dinge nie erledigt." das universum ist sehr weise. vielleicht weil es schon so alt ist?

mein vater hat mir übrigens dieses obergeniale navigationsdingens mitgegeben, welches mich schon diverse freizeitstunden und -tage gekostet hat, weil die falsche software mitgeliefert worden war. aber seit es funktioniert kann ich es auch wieder so einigermaßen leiden. es ist ein palm-top mit ner menge kabel dran, die zur stromversorgung, datenübertragung und gps-peilung dienen. das ganze zeug in die elise zu puzzlen ist schon ein akt für sich. aber das macht mein pa. er hat diesmal zur verbesserung des services an bord der USS ELISE auch noch einen doppel-zigarettenanzünder-adapter und eine radio-stromversorgungs-möglichkeit angebracht. wo ist mein beifahrersitz? ah! da unter den kabeln. bei der ersten rast werde ich das alles mal auf ein minimum reduzieren. jetzt knuddel ich meine oldies liebevoll, ruf dem kater ein "und dass mir keine klagen kommen!" zu und dann brausen wir los.

was hat die elise gefrühstückt? das geht ja wie's brezelbacken und schon sind wir auf der "A9 Richtung Nürnberg". dachte ich jedenfalls. ist aber ganz anders. ich hab diesmal aufgepasst. "nürnberg" wird das erste mal in höhe des schkeuditzer kreuzes auf einem der autobahnschilder erwähnt. was ist hier los? die autobahn wird ja wohl nicht umgebaut worden sein - eher schon mein weltbild. hier geht es überall nur nach münchen. soll uns das davon abhalten, den bayerischen wald zu finden? nein! natürlich nicht. meine geografiekenntnisse halten sich zwar in grenzen, aber ich kann eins und eins zusammenzählen. wenn ich mit gabi auf meiner garmischreise hier langgefahren bin, ist es die richtige autobahn. so einfach kriegen die mich nicht dran!

nach der ersten rast sieht mein beifahrersitz etwas besser aus, mein portemonaie ist etwas leerer, meine toleranz für kellner ein bisschen gemäßigt und ich habe, weil ich jetzt dreimal die autobahn wechseln muss die nette navigationsdame eingeschalten. sie sagt mir, dass ich dem straßenverlauf 135 kilometer folgen soll. das mache ich doch glatt. hab nämlich vorher karte gelesen und ihre ansage passt zu dem, was ich vor dem inneren auge habe. was sie nicht weiß ist, wie mein tank aussieht. elise ist geflitzt wie ein bienchen und hat jetzt langsam knast. bei 436 tageskilometern leuchtet die tankanzeige auf. ich finde das reichlich verfrüht. sonst meldet sie sich doch erst bei 490 oder so. aber wenn wir permanent bei 4500 umdrehungen unterwegs sind, verbraucht mein altes mädchen ja auch mehr, als bei 90km/h im fünften gang...

bei 480 tageskilometern und keiner tankstelle in sicht, fange ich an, ernsthaft stresshormone auszuschütten und schweiß zu produzieren. wir sind schon ne ganze weile auf ehemaligem westgebiet unterwegs, dessen golden-sein bei uns legänder war. aber wie zum geier haben die alle so viel glücklicher gelebt, wenn die nirgends tanken konnten? ich verstehe das nicht. die navigationsdame schweigt sich aus und auf dem display erscheint auch neben der autobahn kein piktogramm einer tankstelle *nochmehrschwitz*

wir haben inzwischen 490 kilometer auf der uhr und ich einen kloß im magen. mein großer tönt im hintergrund, dass er sich wüscht, wenigstens bis an die tankstelle zu rollen. nicht auch das noch! die geschichte vom letzten april ist mir noch gut in erinnerung. ich sage nur so viel: " gib acht auf die dinge, die du dir wünschst, denn sie könnten in erfüllung gehen!" meine tochter erklärt es ihm. sie erinnert sich auch noch an meine erzählung von diesem tag ... wenn ich den beiden so zuhöre muss ich doch schmunzeln. im grunde meines herzens weiß ich, dass dieser urlaub glatt verlaufen wird. aber jeder autofahrer wird verstehen, dass eine tankanzeigenadel, die unter null sinkt, ein ungutes geühl hinterlässt...

jetzt sind wir schon in regensburg und bei 497 tageskilometern. wir haben einen tunnel passiert, in dem sich das navigationssystem verabschiedet hat und mir jetzt neben null-infos über tankmöglichkeiten auch keine auskünfte mehr über die urlaubszielfindung gibt. na schönen dank auch. tolle beifahrerin! ich werd auf eigene faust das problem lösen. wir sind im goldenen westen, wir sind in einer großen stadt, ich habe ausreichend geld und keinen schlechten ruf - wir werden jetzt tanken und dazu einfach mal die nächste abfahrt nehmen. kaum bin ich zehn meter von der stadtautobahn abgewichen, meldet sich frau navigationssystem zu wort: "wenn möglich bitte wenden."
eine sekunde bedenkzeit: "wenn möglich bitte wenden."
muss ich mir das gefallen lassen? sie fordert mich noch einmal auf "wenn möglich bitte wenden."
was will sie tun, wenn ich nicht gehorche?
oh ja. weiter nörgeln. insgesamt fordert sie mich wohl sieben- oder achtmal auf, die fahrtrichtung zu ändern. *grmpf* wenn ich nicht so angestrengt nach einer tanke ausschau halten würde und den regensburger nachmittagsverkehr im nacken hätte, würde ich sie abschalten.

mein sohn hat ein kleines blauweißes schild entdeckt, welches erdölprodukte zu horrenden preisen verspricht. wir folgen den handzettel-kleinen schildern, aber irgendwie sind wir hier total in der pampa gelandet. was ist los in regensburg? keine stadt mit rang und namen kann es sich leisten, seine touristen für eimal tanken hundert kleinste sträßchen entlang zu schicken?! ich frage am ende meiner nerven zwei radlerinnen, ob es hier eine tanke gibt, denn so langsam schwitze ich mehr als nur wasser: 504,2 tageskilometer. sie erklären mir brav einen weg, der wie eine strickanleitung klingt (zweite rechts, erste links, halb rechts...) und enden mit der information, dass die araltankstelle im grunde gleich zwanzig meter von hier ist, aber wegen der baustelle wäre das alles so kompliziert. ich rolle an die nächste kreuzung und schaue hoffend nach links. bingo! das ist zwischen tausend rotweßen barken, einer menge baugruben und zwei orangen baggern die tankstelle. und noch besser: ein klitzekleines schild mit dem hinweis "zufahrt bis tankstelle frei" (ich hätte uns auch eins erfunden, wenn keins dagewesen wäre!)

aber hurra! hurra! elise, wir haben es geschafft! und meine beifahrerin hält mangels stromzufuhr endlich den mund. wir reinigen elises front und heckscheibe, tanken sie bis unter den rand voll (es waren noch sechs liter drin - den tankanzeigenhersteller sollte man verklagen!) und gönnen uns ein hitzebedingt wunderbar kleckerndes eis. weiter geht die wilde fahrt. meine beifahrerin scheint beledigt zu sein, denn sie sagt keinen ton mehr. ein blick aufs display sagt, dass gps, strom, software und auch navigationsauftrag vorhanden sind - aber sie schweigt. na gut. so ein palm hat auch gefühle. ich kann mich später bei ihr entschuldigen. bis dahin orientiere ich mich an sonnenstand und bauchgefühl und finde *tatata!* die autobahn wieder. man kann ja auch nach beschilderung fahren. früher sollen das alle leute so gemacht haben - ohne navi.

wir finden sogar von der A93 in die richtige richtung auf die A3 und deggendorf steht jetzt auch schon dran. froi! maximal noch 70 kilometer dann sind wir da, können die beine hochlegen, das schwimmbad besuchen, was essen und trinken - lauter so tolle sachen. da meldet sich eine bekannte stimme aus dem hintergrund "dem straßenverlauf bitte 64 kilometer folgen" ... ach nee? ich glaube, ich habe jetzt eine ahnung davon, was männer dazu treibt, sich über ihre beifahrerinnen in diversen witzen auszulassen. ich werde bei nächster gelegenheit die erste sein, die einen solchen witz zum esten gibt. hier kommt er:

Wie würde es klingen, wenn eine Frau das Navigationssystem erfunden hätte?
"Bitte fahren Sie rechts ran und fragen Sie nach dem Weg."

*schallendlach*

nein nein. ich bin eine friedliche seele - vielleicht eher zu harmonieorientiert - ich hab sie nicht rausgeworfen oder ihr den strom gekappt. sie hat von selbst überlegt, dass ich am längeren hebel sitze und uns ganz brav bis in die zielstraße gelotst. eine kleine rache hat sie sich aber noch gegönnt: die sogenannte zielstraße ist sieben kilometer lang und führt durch drei vorörtchen und ortsteile von deggendorf. ich sehe es richtig vor augen, wie sie zufrieden in sich hinein grinst und unschuldig auf ihre fingernägel schaut, während ich mal wieder nach dem weg fragen muss... kleines biest! aber dafür sah der radfahrer, den ich gefragt habe verdammt gut aus. so! ätsch!

das hotel ist total schnuckelig, der empfang offen und herzlich, das zimmer einfach eingerichtet, pikobello sauber und gut gelegen, der pool ist wunderbar warm und überhaupt. das wird ne tolle woche! ich weiß es. die kids toben ne stunde im herrlich blauen wasser mit blick auf die genialste landschaft, ich schaue ihnen zu und entspanne körper und seele. das abendessen ist ein oberleckeres vier-gänge-menu. jetzt bin ich aber doch müde. das solarium teste ich noch, bevor für heute schluss ist:

im solarium prangt ein zettel:
8 min
euro 2
(stück)

wunderbar. zwei eurostücke hab ich noch und 8 minuten ist für meine eher helle haut auch völlig ausreichend - das passt doch prima! die kids sind beschäftigt und ich plünne mir in dem kleinen raum meine sachen aus, bevor ich meine zwei eurostücke einwerfe. ich versuche zumindest sie einzuwerfen. das geht aber nicht. der euro passt da definitiv nicht in den schlitz. bahnhof? koffer klauen? von allen seiten schaue ich das kästchen an - da steht nix dran von coins oder chips. da müssen doch die münzen passen...?

ich zieh mich wieder an, klettere die treppen wieder rauf an die rezeption und erwische die seniorchefin. ich frage sie, ob ich bei dem solarium was beachten muss. sie sagt "nein nein. einfach ein zwei-euro-stück einwerfen und dann gehts los." ach herrje - das zettelchen hab ich voll fehlinterpretiert. na dann! sie wechselt mir das geld, ich trabe wieder runter, schließe mich wieder ein, ziehe mich nochmal aus, geldeinwurf perfekt, 8 minuten werden an dem geldkästchen angeleuchtet und ich lege mich in den lichtkasten. nichts passiert. ist ja immer so. es kommt einem so vor, als würde man ewig da drin liegen, bevor die vorlaufzeit um ist und die lampen angehen. das dauert aber echt lange. sehr lange. anders lange als sonst...

ich gucke mir mangels besserer ideen ein bisschen die gegend an. da sind knöpfe an meinem kopfende. man kann den ventilator mehr oder weniger pusten lassen und den gesichtsbräuner an- und ausschalten und dann sind da noch ein start- und ein stop-knopf. grübel. studier. soll ich mal? ich drücke auf start und es erscheint eine anzeige "25 minuten" auweia nein! dann bin ich ein grillfisch! die plus- und minustasten vom ventilator zeigen auch hier wirkung und so klicke ich die zeit runter. da die lampen allerdings immer noch nicht angesprungen sind, wirft mein hirn die möglichkeit in den raum, dass es sich bei der hier angezeigten zeit um die verzögerung bis zum start der lampen handelt. achso! ich klicke mich bis zur eins runter, lasse die knöpfe los, ein paar sekunden vergehen, die lampen springen an, ein laues lüftchen umweht mein gesicht. wunderbar.

ich ruckele mich bequem zurecht und dann gibt es nichts weiter zu tun, als zu entspannen und den tag mit der wohligen wärme einer künstlichen (kein grund zum mäkeln) sonne ausklingen zu lassen. seufz ... wenn man sich dazu jetzt noch ein paar urwaldgeräusche ... eine sonnenstrandkulisse ... kitschig blauen himmel ... KLACK! was? wie? was'n los? alles duster. die gerade beginnende wärme verschwunden... aber wieso? das display über meinem kopf ist dunkel und nichts lässt darauf schließen, dass das jemals anders war. hab ich vielleicht vorhin zu lange gebraucht, die sonnenbank anzuwerfen? ich schiebe den deckel ein wenig hoch. auf der leuchtanzeige des bezahl-kastens stehen noch 6 minuten.

och nöö! ich bin wirklich ein blindfisch. die anzeige war natürlich nicht die verzögerung bis zum einschalten, sondern die gewünschte sonnenzeit - großzügig bemessen - eine minute... shit! das teil geht auch nicht wieder an - egal welche knopfkombination ich anwähle. oh nee oh nee oh nee! aber was solls. ich hab ja schon übung: anziehen, treppe hoch, jemanden suchen, der sich auskennt... einen moment zögere ich dann doch. sind die zwei euro den aufwand wert? geb ich mir die blöße, nachzufragen, wie das funktioniert? ich entscheide spontan beides mit "ja"

diesmal kreuzt der chef gerade meinen weg. ist mir ja peinlich, aber ich frage ihn, wie man die sonnenbank bedient - ich hab da wohl was falsch gemacht. er scheint das schon zu kennen, denn seine erste erläuterung betrifft die doppelte-einschalt-verknopfung (he! tolles wort!) ich bin auf der stelle beruhigt, dass ich nicht die einzige doofe auf der welt zu sein scheine. nach zwei geduldigen versuchen, die noch nachkühlende (was in drei gottes namen kühlt die da? sie lief doch nur eine minute!) sonnenbank zum neustart zu bewegen, haben wir es geschafft. er stellt 30 minuten ein und versichert mir, dass die zeitschaltuhr vom bezahlkasten den vorrang hat und ich nicht gegrillt werde. klasse der mann.

einige künstliche sonnenstrahlen, visualisiertes vogelgezwitscher und wellenrauschen später, schicke ich die kinder ins bett, schließe notebook und äuglein und schlafe tief und fest bis...

25.07.2005 ... sechs uhr am morgen. reck und streck. warum wird man in den ferien die ersten tage noch nach altem job-muster wach? ist doch quatsch. aber nicht wirklich schlimm, denn ich genieße die erkenntnis, jetzt wirklich frei zu haben. echte ferien mit echter geräuschkulisse draußen vor dem fenster zwitschern jetzt nämlich echte piepmätze und da geht ein echter wind ums haus und das plätschern ... stutz ... plätschern? ach nee! *lach* es regnet und die regentropfen tanzen auf den blättern der bäume. das klingt ganz anders als bei uns zu hause. über die fremde melodie schlafe ich wieder ein. es ist schon nach halb neun, als ich richtig wach werde. hey! tag komm her!

lecker frühstücksbuffet, nebel in den bergen vorm fenster, das geschnatter von lauter gutgelaunt futternden urlaubern, zwei grinsend mampfende kids. was werden wir heute machen? auf dem hotelplan steht eine geführte wanderung. auf die freue ich mich schon, seit wir gebucht haben. aber der regen? der chef macht uns mut, meine kinder sind heiß auf den wald hinterm haus, was für argumente braucht es noch? wir sagen zu und stehen um zehn vor dem hotel parat. ne lustige truppe hat sich da gefunden. die andere familie hat eine tochter im alter von meiner kleinen und die beiden verstehen sich schnell sehr gut. die eltern sind auch nett. er ist voll schweigsam, aber mit ihr kann ich gut ein paar worte wechseln, zumal die leute aus unserer brandenburger gegend kommen. na und mit dem chef versteh ich mich allemal prima.

er kennt sich gut mit den pflanzen und pilzen aus, die wir unterwegs finden und ich bin froh, dass meines vaters ambitionen nicht ganz fruchtlos bei mir waren. seidelbast, heidelbeeren, habichtspilz und hexenröhrling. der bayerische wald ist toll. (wenn meine grundsätzlichen veränderungsgedanken beim indirekten spiel über bande mal eine neue richtung bekommen sollten: ich finde, in bayern hält man es gut aus.) da kann ich ein bisschen mitreden. zweimal regnet es dann doch heftig los und wir werden ganz schön nass. ich gebe zu: unsere outfits sind nicht so ganz wanderlich (noch so eine tolle wortschöpfung!) aber der olympische gedanke zählt.

gegen eins sind wir zurück. patschenass und fröhlichen mutes. meine eröffnung an die kids, dass wir jetzt nach deggendorf fahren, eine kleinigkeit essen und die sadt angucken werden, löst schlimmes grummeln der zielgruppe aus. aber ich bin so gut gelaunt, dass ich dagegen resistent bin. ne halbe stunde später sitze ich mit zwei mauligen geistern in der elise. frau navi lotst uns in die innenstadt direkt ins parkhaus und der himmel hat die schleusen geöffnet. einen dietzsch-bäcker finden wir nicht, aber die amerikaner, pfauenaugen, laugenbrezeln und käsestangen der kleinen konditorei am marktplatz versöhnen meine kinder mit ihrem schicksal. wir haben ne menge spaß beim mampfen und durch den regen stolpern, auch wenn wir es nicht länger als zwei euro parkgbühren aushalten.

am nächsten tag steht passau auf dem plan nachdem ich meine tasse so lange mit tee gefüllt habe, dass sie sowas von komplett mitsamt untertasse und tablett in den fluten untergegangen ist und mir der honig in aller seelenruhe vom brötchen den halben arm hinunterlaufen durfte, ohne dass ich die geringste kleinigkeit bemerkt hätte, beweise ich ungeheuer viel geistesgegenwart unter dem vorwand (ist gar kein vorwand - ich und unser tisch sehen aus wie nach einer handfesten auseinandersetzung), dass ich eine zeitung vom tresen nehmen will, schnappe ich mir ein rudel neue servietten bis zum abendessen löse ich keine weiteren katastrophen aus. wir fahren nach passau. sehen unterwegs einen regenbogen und diverse kitschig schöne landschaften mit kirchen und dörfchen wie aus bilderbüchern. frau navigationssystem spricht im freundlich distanzierten ton mit uns und setzt uns heil direkt unter dem dom ab. wir gehen meiner tochter rock und shirt kaufen, da es inzwischen herrlichstes sommerwetter geworden ist und sie sich mit langer hose und pullover doof schwitzt. dann erwischen wir die (welt?)größte orgel beim mittagskonzert und essen leckerstes selbstgemachtes eis bei einem winzigen italiener in einer kleinen nebengasse. ich bekomme einen obergenialen latte macchiato mit haselnusssirup (so eine mischung hat der junge mann noch nie gebaut. er macht das nur, weil ich ihn sehr nett darum bitte und hoch- und heilig versichere, dass es mir schmecken wird. er beobachtet mich misstrauisch bis zum ersten schluck, bevor er meinem glücklichen gesicht glaubt.) in einem klitzekleinen schoko-laden, wo alles von hand vorm auge des kunden hergestellt wird, lasse ich für meinen liebsten eine kleine schachtel pralinen zusammenstellen.

miss navigation lotst uns einwandfrei zurück auf die autobahn und da ich in passau verpeilt habe, eine post aufzusuchen und die vielen urlaubspostkarten abzuschicken, programmiere ich sie auf "hengersberg, post" das klappt nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe: letzten endes stehe ich halbwegs orientierungslos auf dem kleinen marktplatz halb auf der kreuzung, ein einheimischer schaut sich meine auswärtsniederlage mit einem fetten grinsen im gesicht genauer an, miss navigation sagt mir, ich soll jetzt rechts abbiegen, nein links abbiegen oder noch besser: wenden und nicht zur post fahren, im autoradio erzählt käptn blaubär, dass hein blöd "die dümmste schiffsradde aller zeiden" sei, meine kids tönen, dass sie die post auch ohne miss navi gefunden hätten (es stellt sich heraus, dass sie den briefkasten meinen), mein vater kommt per automatischer rufannahme direkt an mein ohr und fragt, wo die berechtigungsetiketten für die klärgruben-leerung sind...

SCHREI! ich habe vor kurzem einen tollen spruch gelesen: "Der einzige Zweck der Zeit besteht darin, zu verhindern, dass alles auf einmal geschieht." das ist doch eine ganz einfache regel. warum bitte hält sich mein leben nicht daran?

vom schicksal verlassen mache ich mich daran, selbst eine lösung zu finden. als erstes prioritäten setzen! ich räume die kreuzung und grinse den einheimischen einfach mal frech an. mein vater ist erwachsen und muss allein zurechtkommen (verzeih mir!). käptn blaubär wird mal eben ausgeknöpfelt - der weiß seinen text auch in ein paar minuten noch. miss navi kappe ich brutal vom strom und dann werden die kinder aufgeklärt über den unterschied zwischen einem postamt und einem postbriefkasten. nebenbei dirigiere ich die elise neben eine frau mit kinderwagen und frage sie nach dem weg zur post. die befindet sich im neukauf-supermarkt. ja isses denn?! miss navi ist für dieses mal rehabilitiert. wer kommt schon auf solche ideen?! man muss auch wirklich durch den ganzen supermarkt hindurch, um an den postschalter zu gelangen. wir nehmen zwei flaschen apfelsaftschorle mit - soll ja keiner sagen, dieser interessante wegfindungsprozess sei umsonst gewesen!

fein. weiter gehts: käptn blaubär wieder an, frau navi auf hotel einschwören, sms an papa und los geht die wilde fahrt. kraft meiner wassersuppe bin ich überzeugt, dass ich den weg zum hotel jetzt gut kenne. tu ich auch. meistens. nur heute fahre ich eine abbiegung zu früh nach links und verliere wertvolle zeit in einer gewerbegebietssackgasse *hummel* *schrei* *jammer* ist doch nicht wahr, oder? ich kann knapp an der breitesten stelle der fahrbahn (das sind komfortable ein- und eine viertel elisenlängen) in vier zügen wenden...

28.07.2005 beim frühstück gibts tumult an unserem tisch, weil der ursprüngliche plan, den arber zu besteigen und danach schwimmen zu gehen, mir angesichts der wetterlage nicht so clever erscheint. es sollen heute unglaubliche 35 grad im schatten werden - da soll man doch keine steilen berge erklimmen! das sehen die kinder aber ganz anders, wenn man nämlich mal was versprochen hat, darf man das nicht eigenmächtig wieder zurücknehmen. dabei finde ich meinen alternativplan sehr vielversprechend. der wird aber mangels kommunikationsbereitschaft der jury gar nicht erst angehört. fein. sie haben es nicht anders gewollt. ich zwinge sie zu ihrem glück, stopfe sie unter schmollen und protest in die elise und düse los.

frau navigation unterstützt mein vorhaben und führt uns über einige schleichwege, die mitunter nur ein auto-breit (bzw -schmal) und unbefestigt sind bis kurz vors ziel. die letzten drei kilometer fahren wir aber navigationslos, weil sie meint, wir würden uns auf dieser zweispurigen hauptverkehrsstraße im nirgendwo befinden (wenn das das nirgendwo ist, wo waren wir dann vorhin auf diesen feldwegen?!)

dann liegt die trinkwassertalsperre frauenau vor uns. mitten im wald. kitschig idyllisch und bei diesem wetterchen spiegelt sich die ganze welt ringsum im herrlich gelegenen stausee. der rundwanderweg ist echt ne wucht. inmitten hoher dicker kiefern, auf weichstem waldboden, begleitet von kleinen plätschernden rinnsalen... meine kleine zupft mich nach einer viertelstunde an der hand und sagt: "ich bereue richtig, dass ich vorhin nicht mitwollte. ist total schön hier!" woher kennt sie so schwerwiegende wörter wie "bereuen"?

heute ist übrigens der internationale tag des insekts. das kleinvolk hat sich zu einer wallfahrt rund um den stausee verabredet. überall auf dem weg sitzen grashüpfer, grillen, heuschrecken und heimchen (ich muss die namensgebung des insektentages nochmal überdenken - das ist ja viel zu allgemein gefasst) jedenfalls haben wir zu tun, sie am leben zu lassen. einen erwische ich leider doch. ich hätte es gar nicht bemerkt, wenn meine tochter mir nicht einen erschütterten hinweis nachgeschrieen hätte. also "hinweis" ist übertrieben. eigentlich war es nur ein völlig entsetzter schrei an dessen ende ein paar wortfetzen zusammen folgende information bilden: "mama. tot." hier die zeitlupe: bevor ich die worte in meinem mamahirn realtime übersetzt habe, haben schon alle relais geklickt und auf "mein kind ist in gefahr. es muss wirklich schlimm sein. sie hat geschrieen, wie um ihr leben." umgeschalten. eine gigantische maschinerie von hormaonausschüttung, herzkreislaufantrieb und blutdruckanstieg setzt sich in bewegung. in meiner kehle formt sich ein mutterbeschütztihrkindentsetzensschrei, der sich gewaschen hat ich drehe mich um und sehe mein kind auf den boden hinter mir starren. ich folge ihrem blick und als ich den riesigen blut-matsch-pampenfleck mit den in falschen winkeln abstehenden insektenbeinchen sehe, löst sich der eben so tief in meinem innern vorbereitete schreiii...

schon gewusst? im bayerischen wald gibt es ein echo. siebenfach oder noch öfter schallt mein entsetzen zwischen uns und dem anderen ende des stausees hin und her. dass ich mir jtzt den mund zu halte hilft da auch nicht mehr. weder mir noch dem wirklich sehr toten grashüpfer. mit kommentaren wie "maximal ekelig!" und "krass tot der kleine" verhelfen mir die kinder bereitwillig wieder zu emotionaler festigkeit.

nach dem stausee ist noch das wildgehege von oberfrauenau dran. wapiti, rotwild, dammwild und anderes halbhohes getier stehen glücklich am zaun des 230.000 m2 großen geländes. sie schnappeln uns das wildfutter aus den fingern und haben lustige nasen. jetzt wo ich denen mal mit sehhilfe auge in auge gegenüber stehe, sind die doch ganz schön groß! jetzt bin ich nochmal so froh dass ich beim joggen keine brille trage! einen netten spielplatz gibt es dort übrigens auch. wen man hoch genug schaukelt hat man das geühl, über den zaun zu den posserlichen tierchen fliegen zu können - meine lütte probiert es aus, landet aber zum glück auf unserer seite des zauns.

später sind die kinder glücklich und zufrieden im bett und versöhnt mit den ideen ihrer mutter. der tag war scheinbar nicht direkt schlecht (selberschulterklopf) als ich selber ins bett falle, kann ich nicht gleich einschlafen. da ist eine bewegung in meinem bett, die nicht von mir kommt. bild ich mir das ein? als mir beim dritten mal etwas an der wange krabbelt, springe ich auf, mache das licht an und finde eine verwirrte fliege in einer locke verfangen. die biester haben doch nachtflugverbot, weil sie im dunkeln nichts sehen können. muss man denen denn alles erklären? ich schnippe sie halbherzig weg und bringe sie damit sowas von kurz und schmerzlos um, dass ich noch nicht mal ein schlechtes gewissen aufbauen kann (schließlich war sie unbewaffnet.)

also wieder zurück ins bett. einkuscheln, gedanken an kleine krabbeltierchen und wallfahrende heuschrecken verdrängen. langsam eindösen *FLACK* ... äh? was war das? na wird nix weiter sein - vielleicht eine motte, die von draußen gegen das fenster geflattert ist? *FLACK* ... hallo? .... *FLACKFLACK* panik! aufspringen, licht anmachen, locken schütteln, bett anstarren. das gibt es doch nicht! über meinem kopfkissen sitzt ein grashüpfer an der wand. ich hole tief luft und ein tempotaschentuch und setze ihn an die frische luft. aber jetzt! schlafen!

29.07.2005 heute steht eine wanderung zur obstbrennerei auf dem plan. die kinder maulen ein bisschen, weil es wieder 34 grad im schatten hat, aber wir wandern trotzdem mit. schnaps mag ich nicht. aber ich denke mal, dass mir das niemand übel nimmt, wenn ich mich drücke. wir sind diesmal einige leute mehr. so etwa 15? der weg führt durch den herrlichen wald und dann zwischen feldern hindurch mit blick auf den lallinger winkel. wir scheuchen ein paar rehe auf und sehen walnussplantagen und streuobstwiesen. hatte ich schon mal erwähnt, dass mir der bayerische wald gefällt?

beim obstbrenner oswald bekommen wir eine sehr nette einführung in die brennkunst und fröhlich probieren meine mitstreter obstler, williamsbirne, williamslikör, zwetschkenschnaps und fragmichnicht. als der nette herr auf den ingwerschnaps zu sprechen kommt werde ich hellhörig. das interessiert mich nun doch und außerdem hat man mir gesagt, ich soll es doch einfach mal versuchen. also gebe ich unserem wirt ein verstecktes handzeichen und er teilt mir bei dieser runde auch ein glas aus. der schnaps breeeeeennt im mund, aber das ingweraroma ist fein. leider hab ich die rechnung ohne den wirt gemacht - weil ich jetzt ein glas habe, bin ich auch beim kümmel mit dabei. der ist mir aber zu süß und anis-ig... zum glück ist das der letzte in der runde, denn noch einen schnaps würde ich nicht vertragen.

nach einer kleinen brotzeit machen wir uns an die wanderung bergauf. in der sengenden sonne ist das super schweißtreibend. meine lütte und eine andere dame haben ganz schön zu tun und so einigen wir uns nach der dritten verschnaufpauseextrafürdiebeiden, dass wir in zwei truppen die letzten meter zum hotel zurücklegen. ich gehe mit vorneweg und lerne, dass 6% steigung, welche im land brandenburg einen vier mann starken trupp des straßenverkehrsamtes zum aufstellen eines gefahrenhinweisschildes veranlassen würden, hier in niederbayern als ebene verstanden werden. kurz: wenn du eine flasche auf die straße legst und diese mit weniger als 30 km/h bergab rollt ist das gelände flach. die welt ist hier so wunderbar einfach!

die kids wollen sich nach diesem verschwitzten vormittag nicht mit mir auf die socken nach deggendorf machen, um bargeld für die hotelrechnung zu holen. egal welche argumente ich ins feld führe: sie wollen hier bleiben und lesen oder ins schwimmbad. na fein. fahr ich eben allein - bin ja schon groß!

diese aussage war etwas überstürzt! erst bringt mich miss navi auf feldwegen nach deggendorf, die noch kein mensch vor mir entdeckt hat. nur der, der vor einigen jahrzehnten mal einen restposten asphalt dort verschüttet hat, um keine sondermüllgebühren zahlen zu müssen, weiß von der existenz dieses weges. aber man will ja nicht meckern. es hat ja auch sein gutes, solche wege lang zu fahren... so ganz auf die schnelle fällt mir nix ein, aber wenn ich in ruhe drüber nachdenke, werd ich schon was finden! bestimmt!

in deggendorf hab ich schnell parkhaus und bank gefunden, geld vom automaten geholt und ein gewisses unwohlsein, weil ich normalerweise nie mehr als zehn euro barschaft mit mir herumtrage. nun werd ich noch einen late macciato trinken und dann retour fahren. ich habe gerade ein cafe angepeilt, da fasst jemand von hinten meine hand. eine kleine (höchstens 1,55 m) zigeunerin fragt mich, ob sie mir aus der hand lesen soll. och nööh! das hatte ich doch gerade erst in salzburg. ja klar. ich hab mich hinterher geärgert, dass ich sie nicht nach den dingen gefragt habe, die mich wirklich interessieren und meine kollegin hatte hinterher meine zweifel kommentiert mit: "so einen zufall gibts nicht nochmal" aber warum muss mich das schicksal immer so überrumpeln?

noch bevor ich ja oder nein gesagt habe, erzählt sie mir schon lauter dinge, die auch die salzburger handleserin zu mir gesagt hat. ich sage in ihren wortschwall hinein, dass ich sie nicht bezahlen kann und sie deshalb nicht so viel ihrer eit auf mich verwenden sol, aber das beeindruckt sie nicht. steht es auf meiner stirn, dass ich bargeld in rauhen mengen (für meine verhältnisse) mit mir rumschleppe? sie hört nicht auf zu reden, hält dabei meine hände fest und lässt mich keinen zetimeter weichen. ich sehe schon, dass ich ihr zwanzig euro fürs handlesen geben werde. na gut. ich habs nicht anders gewollt, wenn ich nicht klip und klar "nein danke!" sage. ich frage mich immer noch, ob das ganze eine spezielle masche ist, denn was sie mir sagt ist absolut identisch mit dem, was mir die salzburgerin gesagt hat, oder ob das wirklich in meinen händen steht. ich sage ihr, dass ich das schon von einer anderen frau erfahren hätte und da schaut sie mich fest an und fragt: "und hinterher hast du dich geärgert, dass du sie nicht noch mehr gefragt hast, stimmt? oder stimmt nicht?"

jetzt bin ich erschüttert, weil sie so konkret meine gedanken laut ausgesprochen hat und sie hat von nun an leichtes spiel mit mir. für psychologische kriegsführung bin ich ungeeignet - ich breche schon zusammen, wenn jemand mit sowas irrationalem wie einem fluch droht und mir ins gesicht sagt, dass sich hinter meiner stirn gerade gefühl und verstand streiten... ende vom lied: ich mus snochmal zur bank, weil mein geld jetzt nicht mehr fürs hotel reicht. ich bin sauer auf mich und auf die zigeunerin, abe rmehr auf mich, dass ich so dumm bin und mich ausnutzen lasse. *schimpfschreigrummelwüt* so eine verdammte k...! ich bin so doof wie bohnenstroh. natürlich war das ne masche und keine wahrsagerei. hellsehen, wahrträumen und in die zukunft fühlen kann ich selbst. was brauchte ich diese frau? wahrscheinlich um zu erkennen, dass ich zu leichtgläbig bin. das war aber verdammt teuer.

mein vater ist lieb und tröstet mich, als ich ihm am telefon versuche schonend beizubringen, dass man mir kein bargeld in die hand geben darf und ich wahrscheinlich eine wirtschaftliche gefahr für kleine familien bin. ganz zu schweigen von meiner eigenen panik, was meine finanzielle existenz betrifft. ganz ehrlich? ich hoffe, ich hab meine lektion gelernt. ich nehme an, dass das noch jemand inständig hofft. und weiterhin vermute ich, dass jemand anderes, knappe 1,55 m klein, inständig betet, dass es immer solche menschen wie mich geben möge... fuck! (pardon)

30.07.2005 schade schade schon vorbei *schnüff* wir frühstücken trotzdem ganz in ruhe. die anderen gäste sind schon alle abgereist, da setzen wir uns erst an den tisch. der chef trägts gelassen, obwohl draußen schon die nächsten gäste stehen und die zimmer beziehen wollen (wo kommen die so früh am morgen schon her?) nachdem dann auch ich endlich meine tasche fertig habe (die kinder sind schon wieder vr mir damit fertig - irgendetwas mache ich grundlegend falsch), drücke ich dem chef meine barschaft in die hand und egal welche zigeunerin heute was von mir mir wollen sollte: ich habe nix. so. jetzt hab ich es euch aber gegeben!

dass ich nix mehr habe, um in die walhalla hineinzugehen stimmt nicht ganz - aber der geforderte eintrttspreis für die paar quadratmeter mamor finde ich unangemessen. der ausblick und das gebäude selber sind aber einen ausflug wert, wen er so direkt am weg liegt wie für uns. dafür fönnen wir uns in regensburg lieber ein leckeres eis für die kids und: "einen latte macchiatio zum mitnehmen, bitte"
der eisverkäufer lacht mich an "wohin denn?"
"nach berlin"
"ach? so weit? und der papa muss fahren?"
" wie? nein - ich fahre schon selber"
...
da ich aus berlin komme bin ich wohl nicht ganz seine zielgruppe, auch wenn es mir scheinbar bonuspunkte einbringt, dass ich ohne männliche begleitung unterwegs bin ... ich kann direkt hören, was er denkt ... ziemlich platt! aber es nützt mir am ende doch was: meinen latte macchiato bekomme ich zum halben preis. warum hab ich nicht gleich zwei genommen?

vor regensburg hatten wir schon ne menge stau und jetzt wieder. leider. das kostet uns mindestens ne stunde - aber mit einem ruck geht es plötzlich ganz schnell. ich hab trotzdem nerven gelassen, um die kinder mit stadt-land-fluss und anderen ratespielen abzulenken, miss navi davon zu überzeugen, dass ich kein schlechter mensch bin und es daher verdient habe, von ihr auf die richtige autobahn geführt zu werden. elises tank ist auch wieder in dem moment leer, als die letzte tankstelle gerade einen kilometer hinter uns und die nächste tanke 74 kilometer vor uns liegt.

aber wir meistern alles mit bravour: die kinder werden mit einem burger (besondere umstände erfordern besondere maßnahmen)zum schweigen gebracht. miss navi wird an einer verlassenen regensburger bushaltestelle erst vom strom getrennt, dann reset-et und abschließend neu verkabelt. dreißig kilometer vor zu hause tanken wir in einem kleinen unbekannten dorf am wegesrand, von dem ich weiß, dass es dort eine freie tankstelle gibt. und dann noch? nix weiter. prima!

zu hause angekommen werden wir für alles entschädigt, was nerven gekostet hat: mein papa empfängt uns mit frisch gegrillten köstlicheiten und ich koche mir als krönung einen tee - was will ich mehr zum urlaubsausklang? die kinder toben sich noch eine stunde den auto-koller aus dem leib, dann fallen wir alle glücklich und erschöpft ins bett und trämen von hohen kiefern und weichem duftenden waldboden...

01.08.2005 - nachtrag: als ich heute mit den kindern schulsachen einkaufen war, ist mir aufgefallen, dass die brandenburgischen verkäuferinnen und auch die ortsansässige kundschaft irgendwie reserviert auf mich reagieren. im driten laden ab ich es dann kapiert: "grüß gott!" wird hier nicht jeden tag gesagt... ich sollte mich für die verbreitung und akzeptanz der bayerischen kultur in preussen einsetzen *lach* das wird eine lebensaufgabe schätze ich.


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