eine seminarreise nach garmisch


the show must go on oder teil zwei

haben sie inzwischen einen kleinen eindruck davon, was ich den anderen mitarbeitern unseres unternehmens alles erspare? das war aber noch gar nicht alles :o) es kommt noch besser:

erster teil
zweiter teil
dritter teil

wir fahren vom hof. die autobahn ist leicht zu finden. die straße bis zum ende. einmal rechts abbiegen (geht gar nicht anders), über die brücke links und schon sind wir auf der A14 richtung halle. kurze zeit später lassen wir das schkeuditzer kreuz hinter uns und fahren jetzt auf der A9 richtung nürnberg (dazu gibt es eine kleine nebengeschichte ). wunderbar. es flutscht nur so. man kann den rover bei 160 bis 180 ganz gut fahren, obwohl die lenkung nicht die flüssigste ist. das metert nur so und wir kommen innerhalb kürzester zeit bis hinter nürnberg. auf dem rastplatz tauschen wir. gabi fährt das nächste stück. ich kann dann als beifahrer versuchen, das navigationssystem ( dazu gibts auch noch ne geschichte - werde aus dem schreiben gar nicht mehr herauskommen! ) zu überlisten und gabi durch die münchner innenstadt schleusen. das wetter ist auch herrlich! so macht autofahren spaß.

diese aussage war etwas voreilig! am horizont sieht es nach einiger zeit aus, als würde ein weltuntergang anstehen. ab und zu wird der horzont von blitzen erhellt - sonst aber ist es stockfinster da vorne. der horizont ist auch gar nicht mehr so weit weg. wahrscheinlich müssen wir genau da durch fahren! hülfe! aber gabi macht das schon und wir haben ja auch ein navigationssystem, welches nach ein paar startschwierigkeiten herausgefunden hat, dass wir uns auf der A9 (richtung münchen! *haha*) befinden.

nachdem wir das wetter vor uns eine weile betrachtet haben meint gabi ungerührt "das ist sicher in den alpen." einer eingebung folgend vermute ich: "ich glaub eher, das unwetter ist genau über münchen. wenn wir durch münchen durch sind wird wohl wieder die sonne scheinen." (ist münchen schon in den alpen? ich bin ein geografisches embryo - bitte verzeihen sie...) aber wo das gewitter ist ist eigentlich auch egal. die zeit drängt langsam ein wenig - es ist schon früher abend und wir wollen ja schon irgendwie noch heute ankommen - also müssen wir eh weiterfahren.

natürlich ist das gewitter direkt über münchen. es sind wirklich sintflutartige regenfälle. das wasser läuft von der fahrbahn gar nicht mehr richtig ab - es steht fast 10 cm hoch und das fahren ist eher ein schwimmen. der verkehr rollt (fließt? schwimmt?) nur noch mit 30 oder 40 km/h dahin. es ist hier stockfinster, die scheibenwischer sind auf der schnellsten stufe nicht in der lage eine gute sicht zu zaubern und es scheinen sich wirklich alle schleusen des himmels geöffnet zu haben. ab und zu kann man für sekunden besser sehen - immer dann wennirgendwo in münchen ein blitz einschlägt ist es schön hell (man soll ja immer das gute in den dingen erkennen).

da es in münchen keinen geschlossenen autobahnring gibt, müssen wir nun direkt durch die innenstadt. das ist der schwierigste teil der gesamten strecke. einen durchfahrtstplan von münchen habe ich in meinem autoatlas. er ist etwa 20 cm mal 20 cm groß. das hat mich bisher jedoch nicht gestört, da wir ein navigationssystem dabei haben. je näher wir dem zentrum von münchen kommen, desto schlimmer wird das unwetter. als wir gerade in einem riesigen kreis(?)verkehr stecken fällt das navigationssystem aus. das GPRS hat keinen empfang mehr durch die dicken gewitterwolken und wasserfälle... jetzt stört mich die größe des durchfahrtsplanes doch ein wenig und ich überlege, wie ich das hinbekommen soll, meine liebe freundin gabi (die mit dem wetter und dem auto voll zu tun hat) durch diese fremde stadt zu lotsen...

wer sich auf meiner anderen homepage schon mal umgeschaut hat, der weiß, dass ich an engel glaube. mir legt sich in diesem moment beruhigend eine "hand" auf die schulter. zeitgleich entdecke ich, dass Garmisch Partenkirchen hier schon ausgeschildert ist. da ist das also nur eine frage der konzentration und dessen, wie schnell ich zwischen scheibenwischer hoch und runter die schilder am straßenrand ausmachen und entziffern kann. was mich aber doch ein wenig ins grübeln kommen lässt ist, was mein schutzengel (ich bin sicher, dass es seine hand ist, die auf meiner schulter ruht.) mir noch mitteilt: "ich soll mal genau hinschauen - alle autos vor und hinter uns hätten jetzt im moment einen schutzengel, damit sie hier gut durchkommen. im übrigen würde der blitz direkt neben/in (?) unserem auto einschlagen. dabei würden wir einen schrecken bekommen, aber alles an uns und dem auto bliebe heil..."

*schrei* tolle nachrichten! ein weit entfernter blitz erhellt die straße und (lachen sie mich aus) ich habe den eindruck, dass alle autos vor uns irgendwie einen komisch fremdgesteuerten eindruck machen. da ich ein wenig aura-sehen kann versuche ich natürlich herauszufinden, ob das stimmt, was mir da jemand geflüstert hat... es geht sehr schnell, dass wieder alles dunkel ist - aber es bleibt bei mir der eindruck zurück, dass auf allen autos eine art lichtkegel sitzt. cool! ich sage gabi nichts von alledem, denn wenn das mit den schutzengeln stimmt, dann könnte das mit dem blitz auch stimmen *grübel*

*KRAWUSCH*

haben sie in physik aufgepasst? das war sehr interessant, als der blitz etwa 5 bis 10 meter links vor uns in die letplanke einschlägt. eine sache von millisekunden... erst wurde es hell, dann kam der eigentliche blitz(einschlag) und dann kam der donner. mein physiklehrer würde vor glück auf die knie fallen - endlich hätte er live und in farbe erlebt, dass licht, elektrizität und schall unterschiedliche geschwindigkeiten haben. ach ja: uns und dem auto ist nichts passiert. wir hatten nur einen schrecken und übrigens war nach münchen das gewitter vorbei. für sonnenschein war es mittlerweile zu spät, aber der mond war am himmel zu sehen während riesige wolkenmassen richtung münchen rollten - sie sahen aus wie die titanen (zeus' söhne und töchter)...

der tageskilometerzähler zeigt 460 km als gabi das erste mal unruhig wird. (ich hätte ihr meine april april geschichte nicht erzählen sollen!) ich verspreche ihr, nach einer tankstelle ausschau zu halten und sie dorthin zu lotsen bevor die tankanzeige leuchtet. ich hoffe, das teil ist nicht kaputt! beim thema tanken fällt uns ein, dass wir keine ahnung haben, ob wir super oder normal tanken müssen. dass es diesel nicht sein kann (man muss den wagen nicht vorglühen) wissen wir schon - aber trotzdem danke der nachfrage. ;o)

ich krame im handschuhfach, wo neben einer werbebroschüre von rover, ein kleines fläschchen mit einer sehr dubiosen flüssigkeit dahindümpelt. in der werbebroschüre (wir gratulieren ihnen zu ihrem neuen rover bla bla bla) ist keine wirklich hilfreiche information zu finden. wir diskutieren hin und her, dass es heutzutage wohl keine autos mehr gibt, die mit normal-benzin fahren und beschließen - sofern wir denn eine tankstelle finden - einfach super zu tanken. ein paar oktan zuviel werden den motor wohl nicht ruinieren - lieber so, als zu wenig.

an der autobahn gibt es keine tankstelle, keine raststätte und auch keinen autohof mehr. der tageskilometerzähler zeigt schon 502 km als wir endlich eine tankstelle finden. wir fahren rauf, gabi hält an und fragt "wo ist eigentlich der tank?" ähm ... äh ... links? hast du vorhin aufgepasst? links war richtig. da ist die tankklappe - aber wie geht die auf? an der tankklappe ist nichts. kein schlüsselloch oder so. wir geben sicher ein hübsches bild ab: gabi sitzt noch am steuer, ich kniee neben dem auto und untersuche den fahrersitz, das armaturenbrett und den fußraum des fahrers nach einem kleinen hebelchen... nichts! was denn nun? ratlos taste ich die tankklappe ab.

das war eine gute idee! wenn man an einer bestimmten stelle gegen die tankklappe drückt öffnet sie sich mit einem kleinen drehmechanismus. ich zögere nochmal kurz bevor ich nach dem super-tankrüssel greife. aber mehr als nochmal liegenbleiben können wir ja nicht *seufz* aber alles geht glatt - wir fahren von der tankstelle runter ohne dass das auto wegen falsch-benzin liegenbleibt und das navigationssystem (es hat sich direkt hinter münchen wieder ins gprs eingeloggt) bringt uns genau bis in den randbereich von garmisch partenkirchen. mit den worten "sie haben ihr ziel erreicht" schaltet sich die frauenstimme einfach ab. weit und breit ist kein hotel zu sehen...

wir fahren aufs geratewohl zwei kreuzungen weiter durch das dunkle städtchen. hier gibts es so ungefähr drei straßenlaternen im abstand von hundert metern... aber wer lesen kann ist im vorteil! wir stehen direkt vor einem überdimensional großen schild, welches das riessersee-hotel ankündigt. Puhh!! das hätten wir also. einen schmalen asphaltweg quer durch eine wiesenlandschaft und zehn haarnadelkurven später stehen wir vorm hotel.

wir bauen mit einigem aufwand das gepäck aus dem kleinen kofferraum und vom rücksitz und schleppen uns samt koffern, taschen und jacken in die lobby. auf dem tresen steht eine große glasschale. streichholzbriefchen sind was nettes. während gabi die reservierung und papiere rauskramt und mit der rezeptionistin (wie schreibt man concierge...?? und haben frauen die gleiche bezeichnung?) alles klar macht, will ich mir eins der briefchen aus der glasschale angeln - ist aber ne fehlanzeige. in der glasschale sind visitenkarten. ganz verschiedene. neben der schale (wer lesen kann ist eindeutig im vorteil!) steht ein kleines schildchen, welches mich darüber aufklärt, dass man hier seine eigene visitenkarte einwerfen kann, um dann in eine verlosung für ein wochenende in diesem hotel zu kommen. achso ist das!

unsere zimmer 205 und 208 liegen im B-Flügel. wir schleppen alles was wir dabei haben in den kleinen fahrstuhl und gabi hat noch den kleinen finger frei, um auf den "2"knopf zu drücken. die tür geht auf, aber die zimmer, die auf dem schild im hotelflur angekündigt sind haben alle 3-hunderter nummern. bahnhof? ein glück, dass wir im fahrstuhl stehengeblieben sind und unser hervorragend platzsparendes fahrstuhl-pack-puzzle nicht aufgelöst haben :o) und noch einmal am heutigen tag bewahrheitet sich, dass wer lesen kann im vorteil ist: neben den etagenziffern im fahrstuhl stehen die zimmernummern von bis... wir müssen einfach wieder eine etage tiefer, dann wird das schon.

gabi war ein schlaues mädchen und hat irgendwo zwischen abschlepphotel und nürnberg bei unserem veranstalter angerufen, dass wir sehr spät ankommen werden und er in der küche bescheid sagen möge, dass wir dann gern noch etwas essen würden. also tappen wir, nachdem wir alles in die zimmer fallen lassen haben und einem anruf bei der familie "ja wir sind gut angekommen" getätigt haben, wieder zum fahrstuhl und suchen das restaurant. diesmal lesen wir gleich neben den knöpfen im fahrstuhl. dann ist das auch wirklich ganz einfach.

das restaurant ist vollkommen leer. also wirklich vollkommen. ein paar gedimmte lampen sind noch an. wir steuern auf einen platz im hinteren teil des restaurants zu, als ein kellner aus der küche kommt und uns höflich aber bestimmt in den wintergarten dirigiert. als er in der küche verschwindet hören wir eine angenervte stimme "jetzt(?!) kommen die?!" (... na prima! *lach* ich nehme an, dass der koch, der kellner oder wer auch immer, davon ausgegangen ist, dass wir nicht hören, was sie dort sprechen...) hunger haben wir nicht so großartig, aber eine kleinigkeit wäre in ordnung. vor allem: auf einem stuhl sitzen, im trockenen und warmen, den stress abfallen lassen und wirklich ankommen. mehr will man ja gar nicht nach so einem tag.

mädchen sind in restaurants immer so anstrengend. sie haben sonderwünsche, wollen im besten steakhouse nur einen salat (ohne dressing) oder können auf keinen fall diese fette sauce... ich nehme an, sie wissen, was ich meine. kellner könnten davon ein lied singen. aber um 22:00 uhr des abends singen sie nicht mehr. sie nehmen schweigend zur kenntnis, um sich später in der küche luft zu machen. dieser kellner hat an diesem abend gelitten. schweigend.

als erstes die frage, ob wir außer dem wasser noch etwas anderes trinken möchten - wollen wir nicht wirklich. wir sind ausgetrocknet und wirklich froh über kühles nass. wa heißt das für den kellner? so spät noch abeiten, ohne umsatz zu machen, denn das abendbrot nebst mineralwasser gehört zur vollpension unseres seminares. er sagt nichts dazu, gießt uns wasser ein und nach ein paar minuten kommt er mit zwei tellern zurück, auf denen ein paar gelangweilte schoten in einer dunklen sauce an großen fleischstücken und klößen liegen. gabi und ich bedanken uns nett bei ihm. als er verschwunden ist sehen wir uns an und wissen, dass uns der kellner gleich noch mehr in sein herz schließen wird.

ich bin vegetarierin und gabi hat eine gluten-unverträglichkeit. das sieht am ende so aus, dass ich die schoten aus der sauce gefischt (nicht alle, denn sie müssen dort schon seit ihrer ankunft gegen nachmittag rumgelegen haben) und einen kloss gegessen habe. gabi hat zwei von den großen wildfleischstücken verspeist und auch von den schoten probiert. (klösse gehen ja nicht so wirklich, denn gluten ist in allen mehl und getreidesorten.) alles in allem haben wir also nicht mal ein ganzes gericht gegessen. wir haben es aber geschafft, die tischdecke zu bekleckern und den kellner auf trab zu halten. nun ja - er beklagt sich ja nicht.

schweigend räumt er die fast vollen teller ab und fragt, ob wir noch ein dessert wünschen. ich will eigentlich nicht mehr, aber gabi will ihn versöhnen und fragt, was es denn wäre. gemischtes eis mit sahne. sie nickt ihm zu und er kommt wenige minuten später mit zwei wirklich großen eisbechern zurück. auweia. das schaffe ich nie im leben. um die uhrzeit, nach so einem tag... ich lächle. zumindest versuche ich es und als er uns alleine lässt, krame ich die sahne beiseite, um das eis zu finden. erdbeer schoko vanille - der klassiker. aber appetit? kann ich nicht so behaupten. ich nasche also ein wenig von jedem - außer von der sahne - die würde mich jetzt echt umhauen. gabi ist tapferer und schafft den halben eisbecher...

wissen sie, wie es ist, einem schweigend leidenden kellner zuzuschauen? nicht? na ist nicht so schlimm. das gefühl ist sooo toll denn auch wieder nicht. im ernst - wenn ich nicht so kaputt wäre würde sich so etwas wie ein schlechtes gewissen bei mir einstellen als wir gegen 22:45 uhr das restaurant verlassen. wir verabreden uns noch zum früstück und verschwinden in unseren zimmern. zum schlafen bin ich noch zu aufgedreht - also packe ich wenigstens noch die taschen aus, stelle den radiowecker und werfe mir ein paar hände kalt wasser ins gesicht.
gute nacht, garmisch!

weiter? hier entlang


die A9 richtung nürnberg

ich wohne mitten im autobahndreieck werder. wann immer man weit weg will fährt man bei mir auf die "A9 richtung nürnberg" das war auch schon so, als ich noch in potsdam wohnte. also quasi immer!. in eher seltenen fällen darf es mal die A2 richtung hannover sein. aber wirklich: das ist die ausnahme! zur eigentlichen geschichte:

letztes jahr (april 2003) durfte ich mit gabi nach bad tölz zu einem betriebsratsseminar fahren. (das ist ein stück unter münchen, falls es jemand nicht kennt.) haben wir auch gemacht - rein in die elise, rauf auf die A9 richtung nürnberg(!) und ab gen süden! wir haben in bayreuth halt gemacht und sind von dort wieder auf die A9 richtung nürnberg. irgendwann haben wir nochmal eine pause gemacht und sind vom rasthof wieder ... na? richtig! auf die A9 richtung nürnberg gefahren.

wir sind ein wenig stutzig geworden, als die raststätte, wo wir eben noch kaffe geschlürft haben, auf der anderen seite der autobahn an uns vorbeizog... *grübel und studier* es hat etwa zwei kilometer gedauert bis uns eingefallen ist, dass wir an nürnberg schon vorbei gefahren waren bevor wir rast machten *lach* wir sind also in die falsche richtung auf die autobahn gefahren anstatt weiter nach süden (richtung münchen). die nächste abfahrt kam nach 18 kilometern. dort haben wir unseren fehler korrigiert. interessant an der geschichte war (nach unserer rückkehr in heimatliche gefilde) noch die reisekostenabrechnung. klar hat die personalabteilung gefragt, warum wir für den hinweg knapp 40 kilometer mehr gebraucht haben. und ja natürlich. sie haben gut gelacht weil ich immer auf die A9 richtung nürnberg fahre.

in der endkonsequenz heißt das sicher, dass ich in meinem leben niemals weiter als bis nürnberg kommen kann, wenn ich meine programmierung auf "A9 richtung nürnberg" nicht aufhebe *grinsss*

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